Kirchenchor & Orchester St. Magnus - Bad Schussenried
Grüß Gott und herzlich willkommen!

"Weihnachten ist keine Idylle, weder biblisch nach in heutiger Zeit des Krieges. Das Fest richtet sich vielmehr an all jene, die unterwegs auf brüchigen Pfaden bereit sind, sich in den Dienst des Lebens zu stellen. Die Intensität des Lebens erschließt sich nicht, wenn man sich hinter hohen Mauern verschanzt und sich die gefährlichen Turbulenzen des Lebens vom Hals hält.
Vielmehr fließt sie dort zu, wo Menschen sich für ihre Nächsten öffnen, wo sie berührbar werden für die Nöte und die Hoffnungen der Fremden, und wo man sich vielleicht auch angreifbar macht in zwischenmenschlichen Konflikten.
Die Liebe, welche die Hoffnung zum Tätigkeitswort macht, ist immer eine gewagte Sache."

Hildegund Keul in CIG 52/2022

In diesem Sinn wünschen wir Ihnen gesegnete und berührende Weihnachten und ein mutiges und hoffnungsvolles Jahr 2023.



Wunderbares Kirchenkonzert

Psalmvertonungen aus 5 Jahrhunderten

Zum Ausklang des Kirchenjahres präsentierte sich der St. Magnus-Kirchenchor mit seinem Orchester nach 2-jähriger Unterbrechung mit einem großen Kirchenkonzert.
Die Qualität der bisherigen Konzerte ließ Erfreuliches erhoffen, und die vielen Besucher, die die St. Magnuskirche füllten, haben sicher den Besuch nicht bereut. Der gute Ruf dieser gegenwärtig 70-köpfig zählenden Bad Schussenrieder Musiziergemeinschaft unter Leitung von KMD Matthias Wolf wurde auch an diesem Abend bestätigt.
Das Kirchenkonzert widmete sich schwerpunktmäßig der Vertonung des Psalms 121 „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen“. Dieser Psalm findet sich im Werk   zahlreicher Komponisten.  KMD Matthias Wolf hat für sein Programm verschiedene Fassungen aus fünf Jahrhunderten ausgewählt und darum herum musikalische und theologisch passende Kantaten dazu gefügt. 


Mit strahlendem, freudigem Klang eröffneten Chor und Orchester das Konzert mit „Es ist ein köstlich Ding“, einer Eigenkompostion des Dirigenten Matthias Wolf. Das Stück war Auftakt für ein eineinhalbstündiges Hörerlebnis, über dem dieser Titel als Leitmotiv hätte stehen können.
Den Reigen der Psalmvertonungen eröffneten zwei Komponisten aus dem 17. Jahrhundert:  Von Jakob Reiner, einem Schüler von Orlando di Lasso und Kapellmeister des Klosters Weingarten, erklang eine Solokantate. Theresa Heinzelmann zeigte ihr solistisches Können mit ihrem makellosen Sopran, wunderschön begleitet von der Violinistin Salome Hänsler. Von Heinrich Schütz, dessen 350. Todesjahr gedacht wurde, kam eine weitere bedeutende Fassung.
Zwei Chorsätze unbekannter Komponisten des 18. Jh. bildeten den Übergang zu den Psalmvertonern der Neuzeit.  KMD Wolf brachte wiederum eine Eigenvertonung des Psalm 121 zu Gehör. Typisch für ihn ist, dass er in seinen Kompositionen Elemente früherer Stile mit der Gegenwart verbindet . Mit seinem Psalm 121 ist ihm ein emotionales Werk gelungen, das das Anliegen des Psalms vermittelt, zu trösten und Hoffnung zu schenken.  Der brillante Geigensolopart von Salome Hänsler trug dazu bei, dies zu verinnerlichen.
Ein weiterer zeitgenössischer Komponist kam mit John Rutter zu Gehör. Das bekannte Werk „Schau auf die Welt“ kam mit schönen Dialogen zwischen Frauen- und Männerstimmen zu Gehör, souverän begleitet am Klavier von Gertrud Karnik.
Ein sehr populäres Stück folgte mit Ennio Marricones „Gabriels Oboe“. Für die Oboistin Andrea Braun war es ein Bravourstück, behutsam vom Streichorchester mitgetragen.
Die bekannteste Vertonung des Psalm 121 von Felix Mendelsohn-Bartholdy „Hebe deine Augen“ aus dem Oratorium Elias durfte bei diesem  Programm nicht fehlen. Die Gefühlstiefe dieses berühmten Chorsatzes wurde vom Frauenchor klangschön und fein nachempfunden.

Mit der Kantate zu Psalm 121 von Heinr. Gottfr. Reichard erfüllte nochmals barocker Glanz die St. Magnuskirche. Wiederum zeigte Theresa Heinzelmann ihr solistisches Können mit der Arie „Ich hebe meine Augen“. Ebenso sicher trug Anton Eisele, einstiger Sänger bei den Regensburger Domspatzen, den Part „Der Herr behüte dich“ vor. Der Schlusschor „Der Herr behüte deinen Ausgang“ hinterließ großen Eindruck. Der Chor überzeugte mit Klangfülle und präzisem Vortrag und die Bässe ließen mit ihrem Klangvolumen aufhorchen.
Einen prächtigen Ausklang bildete das „Gloria Patri“ von Joh. Sebastian Bach. Hier vereinigte sich alles zu dem grandiosen, ergreifenden und gleichwohl durchsichtigen Schluss Bachscher Kantatenkunst.
Mit einer hervorragenden Zeichensprache gab der Dirigent seine Impulse und der Chor vermochte sie perfekt umzusetzen. Beeindruckend war auch die Homogenität und Disziplin der SängerInnen insbesondere bei dynamischen Akzenten oder bei den fugierten Passagen „sicut erat“ und beim „Amen“.
Begeisterter Beifall und Standing Ovations waren der Lohn für eine reife Leistung des St. Magnuschores mit KMD Matthias Wolf und den sicher begleitenden Instrumentalisten. Der Chor erwiderte mit zwei exzellent vorgetragenen Zugaben.
Drei Waldseerinnen, regelmäßige Besucher der Schussenrieder Konzerte, waren voll des Lobes: „Das Konzert war wunderbar, ihr habt einen der besten Chöre in der Gegend und die  Begleitung durch das Orchester der Magnuskirche ist ein Genuss!“

Bericht: Otto Minsch / Foto: Mirjam Berg 


Und hier gibt es noch eine Kostprobe des Konzerts:

Bericht der Schwäbischen Zeitung vom 20.01.2022:

Dreikönigskonzert stößt auf großen Anklang

Mehrere Solisten begleiteten das Konzert

 

Trotz der Corona-Pandemie konnte dieses Jahr am 6. Januar das festliche Dreikönigskonzert des Ensembles von Chor und Orchester Sankt Magnus im Bibliothekssaal stattfinden. Mit einer breiten Palette an weihnachtlichen Musikwerken traf Matthias Wolf mit seiner Auswahl Geschmack und Herz der Zuhörer und zauberte damit noch einmal Weihnachtsstimmung pur.

 

Ein Kennzeichen dieses Konzerts und Ensembles ist es, sich immer wieder unbekannten Werken zu widmen und so begann das Konzert mit einem Stück des Silcherzeitgenossen Christian Weeber „Dein König kommt, o Zion“. Bereits hier zeigte sich die Qualität der Musizierenden in ausgewogener Abstimmung von Instrumenten und Chorklang. Es folgten drei bekannte Weihnachtslieder für Chor und Flügel, wobei hier das Schussenrieder Weihnachtslied von Albert Uhl mit seinem tiefsinnigen Text und wunderschöner Melodie herauszuheben ist.

Ihr solistisches Können mit warmem und rundem Stimmklang zeigte die Sopranistin Theresa Heinzelmann in der barocken Kantate „Fürchtet euch nicht“ von Beyer. Ihre Stimmqualitäten durften die Zuhörer weiterhin beim Kreutzerschen „Ave Maria“ mit der adäquat korrespondierenden Violinsolistin Sarah Baranja wie auch beim Carol „Ist so kalt der Winter“ - hier mit Chor - bewundern.

Virtuoses Können zeigten im weiteren Konzertverlauf die Violinistin Salome Hänsler mit einem Violinkonzert von Rathgeber. Musikalischen Tiefgang und hohen Gestaltungswillen bewies Andrea Braun mit ihrem Oboensolo in „Gabriels Oboe“. Noch einmal erfüllte barocker Glanz in Chor und Orchester den Bibliothekssaal mit der Kantate „Uns ist ein Kind geboren“ des eher unbekannten schwäbischen Bachzeitgenossen Sauerbrey. Im Schlussteil des Konzerts zeigten die Violinistinnen Sarah Baranja und Salome Hänsler, begleitet von Wolf am Flügel, ihr hohes Können in einer Weihnachtsliederfantasie von Wohlfahrt und der „Petersburger Schlittenfahrt“. Chor und Orchester vereinigten sich abschließend zum mächtigen und fröhlich bewegten „Ding, dong, merriliy on high“. Nicht enden wollender Applaus führte mit Schnabels „Transeamus“ und Mendelssohns Weihnachsthymne zu zwei Zugaben.

"Wo Worte nicht genügen, um Gott zu loben, kommt uns die Musik zu Hilfe."